Richtplan Energie

Die Gemeinde hat einen kommunalen oder regionalen Richtplan Energie oder ein analoges behördenverbindliches Energiekonzept verabschiedet oder in Auftrag gegeben.

 

Mit Hilfe des Richtplans Energie werden die Raumentwicklung und daraus folgend der Energiebedarf und die Energieerzeugung langfristig aufeinander abgestimmt. So kann die Energieeffizienz erhöht und die erneuerbaren Energieträger mit Vorranggebieten für einzelne Energieträger gefördert werden. Dadurch lassen sich der Verbrauch fossiler Brennstoffe sowie der Ausstoss von Kohlendioxid (CO2) und von Luftschadstoffen reduzieren. Der Richtplan Energie hilft auch Doppelspurigkeiten zu vermeiden, insbesondere bei leitungsgebundenen Energieträgern und bewirkt dadurch einen effizienten Einsatz der Geldmittel.

 

Mit dem revidierten kantonalen Energiegesetz (KEnG) werden die grösseren energierelevanten Gemeinden verpflichtet, einen Richtplan Energie zu erarbeiten. Der Kanton unterstützt die Gemeinden bei dieser Aufgabe finanziell und stellt Datengrundlagen zur Verfügung. Zudem erhalten die Gemeinden mit dem revidierten Energiegesetz mehr Autonomie bei der Umsetzung innovativer Energiemassnahmen mittels Vorgaben und Anreizen (vgl. KEnG Art. 9 ff).


Gemeindebeispiel Bödeli

 

Die Gemeinden Bönigen, Interlaken, Matten und Unterseen haben gemeinsam den überkommunalen Richtplan Energie Bödeli erstellt, welcher im Oktober 2011 vom Kanton genehmigt wurde. Mit dessen Erarbeitung wurden unter der Leitung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) gleichzeitig die aktuellen Vorgaben für die Erstellung eines kommunalen Richtplans Energie erarbeitet. Kontakt Gemeinde Interlaken: Stefan Meier, Tel. 033 826 51 21, E-Mail:


Gemeindebeispiel Münsingen

 

Pilotcharakter im Kanton Bern hat der Richtplan Energie der Gemeinde Münsingen, der im Jahr 2010 vom Kanton genehmigt wurde. Als erste Berner Gemeinde hat Münsingen einen Richtplan Energie mit konkreten Festlegungen erlassen. Die effektive Umsetzung wird bei aktuellen Projekten oder Zonenplanungen wesentlich erleichtert. Für eine erfolgreiche Einführung des Energierichtplans ist die Erkennung der übergeordneten Zusammenhänge wichtig, (noch) nicht jedoch detaillierte Analysen oder Massnahmenpakete. Wichtige Pfeiler sind u.a. Wärmeverbünde mit erneuerbaren Energien, fortschrittliche Bedingungen im Baureglement und erhöhte Energieanforderungen bei Neubaugebieten. So ist z.B. neben dem bestehenden Wärmeverbund Nord mit Wärmepumpen ein Wärmeverbund Süd mit einer Wärme-Kraft-Kopplung vorgesehen. Kontakt: Claudia Heer, Tel. 031 724 52 20, E-Mail


Gemeindebeispiel Diemtigen

 

Die Gemeinde Diemtigen strebt unter dem Dach des Regionalparkes Diemtigtal eine fortschrittliche Energiepolitik an. Mittels einer Studie wurden in den Jahren 2010/11 Grundlagen für einen behördenverbindlichen Energierichtplan und auch für eine Energievision erarbeitet. Dabei wird das Ziel angestrebt, den Energiebedarf möglichst vollständig durch einheimische Energien abzudecken. Kontakt: Markus Mösching, Tel. 033 682 80 20, E-Mail