Bestimmungen im Baureglemenit und in Überbauungsordnungen

Das Baureglement enthält einen Anreiz für die Anwendung des MINERGIE(P-ECO)-Standards, wie etwa eine höhere Ausnutzungsziffer und/oder einen Energieartikel zur Förderung von erneuerbaren Energien.

 

Die Gemeinde schliesst im Rahmen von Überbauungsordnungen grundeigentümerverbindliche Vereinbarungen zum MINERGIE-Standard und/oder zu erneuerbaren Energien ab.

 

Bis Ende 2011 konnten Gemeinden nur beschränkt Anreize für energetisch vorbildliche Gebäude gewähren oder den Einsatz erneuerbarer Energieträger vorschreiben (vgl. alte Musterformulierungen). Diese Massnahmen wurden im MINERGIE-Rating auf Stufe Baureglement und Überbauungsordnungen zweimal berücksichtigt.

 

Das revidierte kantonale Energiegesetz (in Kraft per 1.1.2012) gibt den Gemeinden neue Möglichkeiten für Vorschriften und Anreize im Rahmen der Nutzungsplanung (KEnG Art. 13-16). Bei der Anschlusspflicht ist neu, dass der Anteil erneuerbare Energie vorgeschrieben werden kann. Zudem ist die Anschlusspflicht an ein Erdgasnetz nicht mehr möglich. Vorschriften, die diese Pflicht beinhalten, sind nach 10 Jahren nicht mehr anwendbar.

 

Neu können die Gemeinden bei neu erstellen oder umgebauten Gebäuden im Rahmen einer Gesamtüberbauung oder einem Neubaugebiet den Einsatz eines bestimmten erneuerbaren Energieträgers verlangen. Zudem können sie bei neu erstellen oder erweiterten Gebäuden den Höchstanteil nicht erneuerbarer Energien am zulässigen Wärmebedarf weiter begrenzen (z.B. von 80 auf 50%). Nicht möglich ist hingegen, den Minergie generell vorzuschreiben, da der Minergie Standard laufend angepasst wird. Genauere Vorgaben wie z.B „Bauen nach dem MINERGIE-P-ECO Standard 2011 oder gleichwertig" sind möglich.

 

Nebst Vorschriften kann die Gemeinde nun auch für das ganze Gemeindegebiet einen Nutzungsbonus vorsehen, wenn Gebäude wesentlich erhöhte Anforderungen bei der Energienutzung erfüllen. Die Energieverordnung (KEnV Art. 8) definiert, was unter den wesentlich erhöhten Anforderungen zu verstehen ist. Die ist der Fall, wenn der winterliche Wärmeschutz 30% unterschritten wird und max. 50% des Energiebedarfs mit nicht erneuerbarer Energie gedeckt wird. Oder wenn das Gebäude der Effizienzklasse-A des GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) angehört.

 

Musterformulierungen für Energieartikel sowie weitere Ausführungen sind im Musterbaureglement Seite 14 ff und im Kapitel 43 zu finden.


Folgende Gemeindebeispiele zeigen auf, dass diese Instrumente schon seit längerer Zeit erfolgreich eingesetzt wurden:

 

Gemeindebeispiel Zollikofen

 

Seit 2002 hat Zollikofen im Baureglement neben weiteren Vorgaben im Energiebereich im Art. 41 Abs. 3 definiert, dass «Gebäude, die den MINERGIE-Standard erfüllen und in einer Zone mit Ausnützungsziffer erstellt werden, einen Ausnützungsbonus von 10 % der Bruttogeschossfläche erhalten». Somit wird durch Mehrisolation verlorene Nettowohnfläche kompensiert. Diese Massnahme hat viele Bauherren motiviert, nach MINERGIE zu bauen, was Zollikofen den Spitzenplatz im MINERIGE Rating einbringt. Kontakt: Thomas Burri, Tel. 031 910 91 23, E-Mail


Gemeindebeispiel Spiez

 

Auch Spiez hat schon seit 1996 einen Energieartikel (Art. 47) im Baureglement. Es werden u.a. in Zonen mit Planungspflicht Energiekonzepte verlangt, welche sich am Energieleitbild orientieren müssen. Ebenfalls wird ein Ausnutzungsbonus für Araealüberbauungen und Zonen mit Planungspflicht bei ökologischen Gemeinschafts-heizungen gewährt. Kontakt: Peter Zingg, Tel. 033 655 33 29, E-Mail